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Kinderfreibäder und sozialer Wohnbau im Roten Wien

Im Roten Wien werden viele Kinderfreibäder errichtet. Die Stadt treibt auch den sozialen Wohnbau voran, der über die Grenzen Österreichs hinweg bekannt wird.

Ein erstes Kinderfreibad entsteht 1917: Kinder dürfen im Hütteldorfer Staubecken der Wien unentgeltlich baden. 1928 gibt es bereits 18 Kinderfreibäder im sozialdemokratisch regierten Roten Wien (1919-1934).
Der Schwimmunterricht in Wiener Pflichtschulen wurde 1926 verbindlich eingeführt und findet in den Hallenbädern statt. Der Besuch der Schwimmhallen (Amalienbad und Jörgerbad) ist unentgeltlich und auch Badewäsche sowie Badetücher werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Im September 1923 beschließt der Wiener Stadtsenat (Stadt- und Landesregierung Wien), innerhalb von fünf Jahren 25.000 Gemeindebauwohnungen zu bauen. Da die Umsetzung des Wohnbauprogramms schneller als vorgesehen erfolgt, wird die Zahl 1926 auf 30.000 erhöht. Bis 1934 entstehen über 60.000 Wohnungen in Wohnhausanlagen und zahlreiche Reihenhaussiedlungen.
Der soziale Wohnbau ist speziell für die Arbeiterschaft gedacht, die dort leistbar und gesund leben kann.

Der Reumannhof (errichtet 1924-1926) gehört zu den ersten großen Anlagen, 1928 wird der Rabenhof mit 1.100 Wohnungen fertiggestellt. Am 13. Oktober 1930 wird der Karl-Marx-Hof in Wien feierlich eröffnet. Die burgähnliche Architektur soll das Selbstbewusstsein der Sozialdemokratie demonstrieren. Die Wohnanlage zählt zu den bekanntesten der Zwischenkriegszeit, der größte Gemeindebau ist jedoch der Sandleitenhof.
1934 steht der Karl-Marx-Hof im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen der Februarkämpfe.

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