Österreichische Innenpolitik: Ein turbulentes Jahr

1986 ist ein turbulentes Jahr in der österreichischen Innenpolitik und der Reaktorunfall in Tschernobyl (heutige Ukraine) sorgt für große Verunsicherung.

Die sogenannte „Waldheim-Affäre“ (auch Waldheim-Debatte) kommt 1986 ins Rollen. Dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim und Kandidaten für das Bundespräsidentenamt wird vorgeworfen, an Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg teilgenommen oder jedenfalls davon gewusst zu haben. Waldheim gewinnt trotz heftiger Diskussionen und Proteste die Wahl.
Die Auseinandersetzung führte zu einem neuen und verstärkten Umgang mit der NS-Vergangenheit Österreichs.
1987 wird Waldheim auf die Watchlist der Vereinigten Staaten (USA) gesetzt. Das ist eine Beobachtungsliste mit unerwünschten Personen und bedeutete ein Einreiseverbot in die USA auf Lebenszeit.

Am Parteitag der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) wird Norbert Steger abgewählt und Jörg Haider (1950-2008) neuer Parteiobmann.  Daraufhin beendet die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) unter Bundeskanzler Franz Vranitzky die Koalitionsregierung mit der FPÖ. Bei der Nationalratswahl am 23. November 1986 kann die FPÖ ihren Stimmenanteil von 9,7% im Vergleich zur vorherigen Wahl fast verdoppeln.
Unter Vorsitz von Freda Meissner-Blau (1927-2015) ziehen die Grünen 1986 erstmals in den Nationalrat ein. Die Liste heißt „Die Grüne Alternative – Liste Meissner-Blau“. Die Besetzung der Stopfenreuther Au bei Hainburg (NÖ) im Dezember 1984 und die daraus entstandene Protestbewegung waren Auslöser für die Gründung dieser Partei.

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