Der Staat nimmt Form an

Nach dem Kriegsende sind die Grenzen des jungen Staates nicht endgültig, die Staatswerdung Österreichs wird erst 1922 abgeschlossen.

In Vorarlberg fordern 1919 in einer Volksabstimmung 80 % der Wählerinnen und Wähler Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Schweiz. Die Entscheidung über die Staatsgrenze liegt jedoch bei der Pariser Friedenskonferenz.

Für Teile Südkärntens wird eine Volksabstimmung angeordnet (Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye). 1920 stimmt in der Abstimmungszone die Mehrheit der Bevölkerung (mit starkem slowenischsprachigem Bevölkerungsanteil) für einen Verbleib bei Österreich. Dennoch ist das Verhältnis wegen unterschiedlicher Ansprüche und Erwartungen angespannt und immer wieder konfliktbeladen. Am bekanntesten ist der „Ortstafelstreit“ und dessen von beiden Volksgruppen akzeptierte politische Lösung 2011.

1921 zeigt eine Volksabstimmung in Tirol, dass es viele Wählende gibt (mit über 98 % der abgegebenen gültigen Stimmen), die einen Anschluss an Deutschland befürworten. In Salzburg votieren in einer Abstimmung sogar 99,6 % dafür.

Laut Vertrag von Trianon (1920) soll Deutsch-Westungarn zur neuen Republik Österreich gehören. Aber erst nach heftigen Kämpfen gegen ungarische Guerillas und der Volksabstimmung in Ödenburg ist das Burgenland 1921 als Teil des österreichischen Staatsgebietes gesichert.

Anfang 1922 tritt das Trennungsgesetz in Kraft: Wien wird von Niederösterreich getrennt und ein eigenständiges Bundesland. Damit erhält Österreich seine aktuelle Gestalt.

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