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Militarisierte Gesellschaft

Nach Ende des Ersten Weltkrieges besteht weiterhin eine große Gewaltbereitschaft in Teilen der Gesellschaft. Bewaffnete Gruppen der politischen Lager stoßen aufeinander.

Zwischen den Kriegen wurden politische Meinungsverschiedenheiten und soziale Konflikte in einer Reihe von gewalttätigen Konfrontationen ausgetragen. So findet beispielsweise am 2. April 1923 im Westen Wiens die „Schlacht“ am Exelberg statt. Nationalsozialisten und Anhänger der sozialdemokratischen Arbeiterwehr stoßen aufeinander. Das Ergebnis sind mehrere Verletzte durch eine Schießerei. Wer als erster geschossen hat, wird von den Zeitungen unterschiedlich dargestellt (s. Quellen).

Die sozialdemokratische Arbeiterwehr nennt sich ab Mai 1923 Republikanischer Schutzbund und ist eine paramilitärische Organisation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP).

Die dem christlichsozialen, zum Teil aber auch dem nationalen Lager nahestehenden paramilitärischen Verbände werden als Heimwehr(en) – auch Heimatschutz oder Heimatwehr – bezeichnet. Am 18. Mai 1930 wird bei der Generalversammlung des Heimatschutzverbandes Niederösterreich der Korneuburger Eid verlesen. Darin bekennen sich die Heimwehren zum Faschismus.
Ein Vertreter der Heimwehrbewegung ist Walter Pfrimer, Landesleiter des Steirischen Heimatschutzes. Er versucht im September 1931, die Macht im Staat zu übernehmen. Der „Pfrimer-Putsch“ scheitert u.a. auf Grund mangelnder Beteiligung der Heimwehrverbände anderer Bundesländer.

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