Kinderschicksale im Krieg, Jugend im Nationalsozialismus

Kindsein während der NS-Zeit konnte unterschiedlichste Schicksale bedeuten.

1939 wird für Kinder und Jugendliche die Mitgliedschaft bei NS-Jugendorganisationen („Deutsches Jungvolk“, „Deutsche Jungmädel“, „Hitlerjugend“ und „Bund Deutscher Mädel“) auch in Österreich Pflicht. Jugendliche ab 15 Jahren werden später im Krieg auch als „Flakhelfer“ (Luftwaffenhelfer) oder für andere „Kriegshilfsdienste“ eingesetzt.

Das Verhandlungsgeschick vor allem jüdischer Organisationen und die Genehmigung durch die britische Regierung ermöglicht 1938 bis 1939 die rasche Emigration von rund 10.000 jüdischen und auch nicht-jüdischen Kindern nach Großbritannien. Am 10. Dezember 1938 verlassen etwa 400 mit dem ersten Kindertransport Wien. Ein Mahnmal am Wiener Westbahnhof erinnert daran (s. Abbildung).

Viele verfolgte Kinder können jedoch nicht flüchten. Manche werden versteckt und schaffen es so, die NS-Zeit zu überleben. Aber die viel größere Zahl (überwiegend jüdische Kinder) stirbt durch Krankheit, Erschöpfung oder Ermordung in den Ghettos und Konzentrationslagern. Nur wenige überleben die Gefangenschaft.

Unangepasstheit von Jugendlichen führt in der NS-Zeit leicht zur Ausgrenzung und sogar Verfolgung. Dies gilt beispielsweise für die „Schlurfs“. Das ist eine herabwürdigende Bezeichnung für einen männlichen „Herumtreiber“, der durch seine langen Haare auffällt. Manchem „Schlurf“ wird zur Demütigung von der Stirn bis in den Nacken ein kahler Streifen geschoren.

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