Auf halbem Weg zum Staatsvertrag

Nach Kriegsende und der Befreiung Österreichs 1945 beginnt der Wiederaufbau. Bis zum Staatsvertrag von Wien und der Unabhängigkeit Österreichs vergehen 10 Jahre.

Für den britischen Spielfilm „Der dritte Mann“ wird 1949 am Neuen Markt im 1. Wiener Gemeindebezirk (Innere Stadt) eine Szene gedreht. Am Drehort sind Kriegszerstörungen sichtbar (s. Abbildung). Die Hauptstadt und auch das restliche Land befinden sich noch in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg.
1950 ist „Der dritte Mann“ erstmals in österreichischen Kinos zu sehen. Der Film stellt die Nachkriegszeit in Wien anhand eines Thrillers dar. Österreich ist am halbem Weg zum Staatsvertrag.  Neben der Hoffnung, bald ein unabhängiger Staat zu sein, stehen Sorgen über die wirtschaftliche Situation im Vordergrund.

Wegen des Kalten Krieges und Meinungsverschiedenheiten der Besatzungskräfte (vor allem zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion) machen die Staatsvertragsverhandlungen (seit 1947) nur langsam Fortschritte. Ein Ende der Besatzung verzögert sich aufgrund wachsender Gegensätze zwischen dem von der Sowjetunion geführten Osten und dem Westen unter Führung der USA. Die Spannungen blockieren für viele Jahre den Abschluss eines Staatsvertrags. Eine Teilung Österreichs ist zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen. 

Am 15. Mai 1955 ist es dann so weit. Der Staatsvertrag von Wien wird im Schloss Belvedere unterzeichnet. Österreich ist damit wieder ein souveräner Staat.
Das Ereignis hat bis heute für die Identität der Bevölkerung einen hohen Stellenwert.

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