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Reichsbrücke in Wien: eine Vision aus 1928 und die Realität 1976

Brücken sind Symbole des technischen Fortschritts. Sie verbinden nicht nur Orte, sondern auch Menschen. Die Reichsbrücke in Wien ist ein bekanntes Beispiel und sorgte schon öfter für Schlagzeilen.

Die Abbildung zeigt eine Karikatur von Ludwig Kmoch. Die Zeichnung wird am 24. August 1928 in der österreichischen Wochenzeitung „Der Götz von Berlichingen“ veröffentlicht. Die Darstellung zeigt, wie sich nach der Vorstellung des Künstlers die Reichsbrücke und ihre Umgebung im Jahr 1978 verändert haben werden.

Viele Menschen nutzen die Reichsbrücke, um in die Bäder an der Alten Donau zu gelangen. Dadurch kommt es in den 1920er-Jahren während der Sommerzeit zu Situationen, die als „Verkehrsskandal“ bezeichnet werden und zu Sicherheitsbedenken aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der Brücke führen. 1928 beraten die Gemeinde Wien und der Bund über einen Neubau und dessen Finanzierung. 1934 wurde mit dem Neubau begonnen und 1937 ist die damals drittgrößte Kettenbrücke Europas fertiggestellt.
Der Karikaturist geht 1928 aber scheinbar nicht von einem Entschluss für einen Neubau aus. Auf der Zeichnung ist die Brücke 50 Jahre später teils von Gras bewachsen. Ein Schild weist darauf hin, dass Ziegen das Weiden auf der Brücke verboten ist. Ein Zeppelin (Luftschiff) soll die Überquerung der Donau in der Luft ermöglichen. Weiters sind einige schwimmende Menschen sowie Rettungskräfte zu erkennen.

Tatsächlich ist die zweite Reichsbrücke am 1. August 1976 eingestürzt. Da es Sonntagmorgen ist, sind fast keine Fahrzeuge und Menschen auf der Brücke. Dennoch gibt es ein Todesopfer.
Der Bau der dritten Reichsbrücke wird 50 Jahre nach der Zeichnung von Ludwig Kmoch begonnen. Sie wird 1980 eröffnet und ist eine der wichtigsten Brücken Wiens.

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