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Volksabstimmung: Fast zwei Drittel pro EU

1994 stimmen die österreichischen Wähler und Wählerinnen über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union ab.

Österreichs Weg in die EU geht über mehrere Jahre: Die Republik Österreich übermittelt im Juli 1989 einen Beitrittsantrag an die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), aus der später die Europäische Union hervorgeht. Nachdem die seit 1993 laufenden Beitrittsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen worden sind, stimmt das Europäische Parlament dem EU-Beitritt Österreichs im Mai 1994 zu.

Da der Beitritt eine Gesamtänderung der Verfassung bedeutet, muss eine Volksabstimmung durchgeführt werden. SPÖ, ÖVP und das Liberale Forum sind EU-Befürworter – FPÖ, Die Grünen und die KPÖ sind damals EU-Gegner.
Am 12. Juni 1994 stimmen 66,6 % der an der Wahl teilnehmenden Österreicherinnen und Österreicher für den Beitritt. Die Ergebnisse der Abstimmung zeigen Unterschiede zwischen dem Westen und Osten Österreichs. Besonders wenig Nein-Stimmen sind im Burgenland zu verzeichnen. Das Bundesland hat später durch Förderungen auch stark von der EU-Mitgliedschaft profitiert. In Tirol gibt es wegen der Befürchtungen über eine Zunahme des Transitverkehrs weniger Ja-Stimmen als in den anderen Bundesländern.

Am 24. Juni 1994 wird der EU-Beitrittsvertrag auf der Insel Korfu in Griechenland unterzeichnet. Mit 1. Jänner 1995 ist Österreich EU-Mitglied.

Aktuell ist die Zustimmung für eine EU-Mitgliedschaft in Österreich höher als bei der Volksabstimmung 1994: Nach einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik von Mai 2018 liegt sie bei bei 73 %.

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