Gemeinde

Das politische System Österreichs ist in mehrere Ebenen geteilt: Ganz unten steht dabei die Gemeinde als kleinste politische Einheit (die Gemeinde wird manchmal auch als Kommune bezeichnet – daher stammt der Ausdruck Kommunalpolitik). Darüber sind die Länder, der Bund und die EU. Die Bezirke stehen zwischen Gemeinden und Ländern, sind aber keine politische Ebene im engeren Sinn.
In Österreich gibt es 2.095 Gemeinden. Einige sind sehr groß – z.B. Wien, Graz oder Linz; andere sind sehr klein – z.B. Gramais oder Kaisers. Unabhängig von der Größe finden wir aber in allen Gemeinden dieselben Institutionen: Überall gibt es einen Gemeinderat, einen Gemeindevorstand (in Städten Stadtsenat genannt) und einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin.
Ein Sonderfall sind die insgesamt 15 Statutargemeinden. Diese sind sowohl Gemeinde als auch politischer Bezirk.

Wien ist anders
Wien ist nicht nur die größte Gemeinde in Österreich, sondern gleichzeitig auch ein Bundesland, der Bürgermeister von Wien ist also gleichzeitig Landeshauptmann von Wien. Und Wien ist zwar nur eine Gemeinde, besteht aber aus 23 Bezirken. Diese Bezirke unterscheiden sich von den anderen Bezirken in Österreich, weil sie eigentlich Ortsteile sind. Auch werden in Wien die Bezirksvertretungen direkt gewählt, in den anderen Bezirken in Österreich ist das nicht so.

Österreichischer Gemeindebund


Reinhold Gärtner: Politiklexikon für junge Leute (unter Mitarbeit von Sigrid Steininger), www.politik-lexikon.at
© Verlag Jungbrunnen, Wien, im Auftrag des österreichischen Bildungsministeriums