Ende der Demokratie

Der 15. März 1933 ist ein verhängnisvoller Tag für die Demokratie in Österreich.

Abgeordnete wollen am 15. März 1933 den Nationalrat im Parlament einberufen. Doch Polizisten stehen vor dem Gebäude und lassen niemanden vorbei (s. Abbildung). Wie kam es dazu? Einige Tage zuvor, am 4. März 1933, treten bei einer turbulenten Abstimmung im Parlament alle drei Nationalratspräsidenten zurück. Eine Neueinberufung des Nationalrates verhindert Bundeskanzler Engelbert Dollfuß durch den Einsatz der Polizei.
Außerdem schlägt die Regierung mit dem Verbot von Aufmärschen, der Wiedereinführung der Todesstrafe und der Einschränkung der Pressefreiheit eine autoritäre Richtung ein.

Der nach der Macht eines Diktators strebende Kanzler Dollfuß bezeichnet den Vorfall als „Selbstausschaltung des Parlaments“. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen schrittweisen Staatsstreich. Dieser Verfassungsbruch ist das Ende der Demokratie in der Ersten Republik  und der Beginn des Austrofaschismus. Am 11. September 1933 wird in der Trabrennplatzrede die Errichtung eines autoritären Ständestaates verkündet.

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