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Tschikweiber – Arbeiterinnen, Hausfrauen und Mütter

1935 werden in der Halleiner Zigarrenfabrik fast 11.000 Zigarren hergestellt. In den darauffolgenden Jahren wird weniger produziert. Die Arbeitsplätze der „Tschikweiber“ sind in Gefahr.

Nach dem Ersten Weltkrieg ist die Tabakindustrie ein wichtiger Arbeitgeber für Frauen in Österreich. Eine der Zigarrenfabriken steht in Hallein (Salzburg). Die dort arbeitenden Frauen werden als „Tschikweiber“ bezeichnet. Sie sind bekannt für ihren Zusammenhalt und ihr Selbstbewusstsein, sind gewerkschaftlich organisiert und nehmen an Demonstrationen sowie Aufmärschen am 1. Mai (Tag der Arbeit) teil.

Die Halleiner Zigarrenfabriksarbeiterinnen haben ein relativ gutes Einkommen. Deswegen sind sie auch als Ehefrauen gefragt. Wegen ihrer zielstrebigen und resoluten Art sollen sich jedoch manche Männer sowie Menschen aus anderen sozialen Schichten vor ihnen gefürchtet haben.

Viele der „Tschikweiber“ sind nicht nur Fabriksarbeiterinnen, sondern ebenso Hausfrauen und Mütter. Die Hausarbeit ist damals auch um einiges aufwändiger als heute. Die Halleiner Zigarrenfabriksarbeiterinnen führen also ein arbeitsreiches und beschwerliches Leben.

Mit der Zeit laufen die Geschäfte in der Fabrik immer schlechter. Fast 11.000 Zigarren werden 1935  hergestellt, in den darauffolgenden Jahren geht die Produktion jedoch zurück. 1940 wird die Halleiner Zigarrenfabrik geschlossen und vom NS-Regime in einen Rüstungsbetrieb umgebaut, in dem Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge arbeiten mussten.

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