Österreich in der Vermittlerrolle

Das neutrale Österreich versucht im Kalten Krieg und später im Nahostkonflikt, eine Brückenfunktion zu erfüllen

Im Juni 1961 findet in Wien ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident John F. Kennedy und dem Regierungschef der Sowjetunion (UdSSR), Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, statt. Das neutrale Österreich will als Austragungsort vermittelnd tätig sein. Das Treffen der beiden mächtigsten Akteure des Kalten Kriegs bleibt aber ergebnislos.
Der Cadillac (s. Abbildung), mit dem der US-Präsident durch Wien und zusammen mit der First Lady „Jackie“ Kennedy auch zum Schloss Schönbrunn sowie zum Stephansdom gefahren wird, befindet sich noch immer in Österreich – im Besitz eines pensionierten Gymnasialprofessors.

Auch nach dem Kalten Krieg ist Österreich wegen seiner Neutralität ein Ort für wichtige Gipfeltreffen und politische Begegnungen – u.a. für Gespräche verschiedener Parteien des Nahostkonflikts: So kommen 1975 US-Präsident Gerald Ford und der ägyptische Staatspräsident Anwar el Sadat zu Nahost-Gesprächen nach Salzburg. Ein Treffen von Sadat mit dem israelischen Oppositionsführer Shimon Peres 1978 findet ebenfalls in Salzburg statt.
Außen- und Nahostpolitik in der Vermittlerrolle sind ein zentrales Anliegen von Bruno Kreisky während seiner Amtszeit als Bundeskanzler (1970-1983).

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