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Solidarität und Menschenrechte versus Ausländerfeindlichkeit und Terror

1993 machen einige Ereignisse die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber „Anderen“ oder „Fremden“ sowie zur Vergangenheit sichtbar.

Das Lichtermeer gegen Ausländerfeindlichkeit am 23. Jänner 1993 in Wien ist die bisher größte Demonstration der Zweiten Republik. Etwa 300.000 Menschen nehmen an ihr teil.
Franz Vranitzky ist als erster österreichischer Bundeskanzler offiziell in Israel zu Gast und hält im Juni in Jerusalem eine Rede über die Mitverantwortung Österreichs an den nationalsozialistischen Verbrechen.
Ebenfalls im Juni 1993 findet die Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien statt. Die Erklärung und das Aktionsprogramm der Weltmenschenrechtskonferenz sind bedeutende Meilensteine.
Im selben Jahr werden Roma und Sinti in Österreich gesetzlich als Volksgruppe anerkannt.

Diese unterschiedlichen Aktivitäten und Maßnahmen zeigen, dass Solidarität, Fortschritte bei Minderheiten- und Menschenrechten sowie Vergangenheitsbewältigung in Österreich 1993 eine wichtige Rolle spielen. Andererseits wird Ausländerhass und Extremismus sichtbar und bedrohlich: Der sich für Flüchtlinge engagierende Hartberger Pfarrer August Janisch und Silvana Meixner (Mitarbeiterin in der ORF-Minderheitenredaktion) sind am 3. Dezember 1993 die ersten Opfer einer Reihe rechtsextremer Anschläge. Sie werden durch Briefbomben verletzt. Bei dem Rohrbomben-Attentat von Oberwart (Burgenland) 1995 sterben vier Roma. Für die Anschläge und Morde wird vier Jahre später der rechtsextreme Terrorist Franz Fuchs verurteilt.

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