Diskussionen rund um Südtirol

Nach dem Ersten Weltkrieg fällt die Entscheidung, dass Österreich Südtirol an Italien abtreten muss. Es folgen viele – zum Teil auch gewalttätige – Auseinandersetzungen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wird Tirol geteilt: Der Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye legt fest, dass Südtirol von nun an zu Italien gehört. Seitdem gibt es immer wieder Diskussionen über die Autonomie und Staatszugehörigkeit Südtirols sowie über die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung.

Die Debatten gehen 1960 bis in die UN-Vollversammlung. Dort fordert man Italien und Österreich auf, die Verhandlungen über die Durchsetzung des Gruber-De-Gasperi-Abkommens von 1946 weiterzuführen. Die darauffolgenden Gespräche zwischen Österreich und Italien bleiben vorerst ergebnislos.

Von 1956 bis 1969 gibt es immer wieder Sprengstoffattentate mit Sachschäden und auch Toten. Die einen sehen die Aktionen als Südtiroler Freiheitskampf, für andere ist es Terrorismus. Bei einem Anschlag, der bis heute ungeklärt ist, sterben im Juni 1967 auf der Porzescharte am Grenzübergang von Osttirol nach Venetien vier Carabinieri (italienische Gendarmerie).
Das österreichische Bundesheer führt im selben Jahr einen Assistenzeinsatz an der Grenze zu Italien durch, um weitere Attentate im Konflikt um Südtirol zu unterbinden.

Ab Ende der 1970er-Jahre erhält Südtirol nach erneuten Verhandlungen mehr Autonomie. Die Zuständigkeiten der Südtiroler Landesregierung und die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung werden erweitert. 1992 erklären Österreich und Italien schließlich vor den Vereinten Nationen (UN), dass der Streit um Südtirol beigelegt ist.

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