Feudalismus

Feudalismus war ein besonderes System der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ordnung. Adeligen (Grundherren und Grundherrinnen) wurde von höhergestellten Feudalherren bzw. – in seltenen Fällen – Feudalherrinnen Grund und Boden zur Bewirtschaftung überlassen. Das bezeichnete man als Lehen. Als Gegenleistung mussten Kriegsdienste erbracht werden. Die Lehensleute wurden auch Vasallen bzw. Vasallinnen genannt.
Die Bewirtschaftung des Lehens erfolgte durch Bauern und Bäuerinnen. Diese waren manchmal Leibeigene, d.h., sie waren unfrei und von der Grundherrschaft abhängig. Sie waren an den Boden gebunden, durften diesen nicht verlassen und schuldeten den Grundherren und Grundherrinnen Abgaben in Form von Arbeitsleistung (Frondienste) und von Naturalabgaben von dem Stück Land, das sie bewirtschafteten (Zehent).
Die Gesellschaftsordnung war hierarchisch aufgebaut. An der Spitze stand der König/die Königin (Kaiser/Kaiserin), der/die als Vasall/Vasallin Gottes verstanden wurde.
Teil des Feudalsystems war die (katholische) Kirche. Der hohe kirchliche Adel hatte auch weltliche Macht inne. Daher kam es oft zu Spannungen zwischen den weltlichen und den kirchlichen MachthaberInnen, z.B. zwischen Kaiser und Papst.
Der Feudalismus war in weiten Teilen Europas vor allem im Mittelalter verbreitet. Das Ende dieses Gesellschaftssystems kam mit dem Ende des Mittelalters und dem Beginn der Neuzeit.