Minderheit

Eine Minderheit (Minorität) ist eine Gruppe, die zahlenmäßig kleiner ist als die Mehrheit. Das sagt zunächst einmal nur wenig aus: Auch wenn die KufsteinerInnen eine (zahlenmäßige) Minderheit in Tirol sind, geht es ihnen deswegen nicht schlechter oder besser als den anderen Tirolern und Tirolerinnen.
Deshalb verwendet man den Begriff Minderheit vor allem, um eine Gruppe zu bezeichnen, die aus unterschiedlichen Gründen benachteiligt wird.
Es gibt verschiedene Gruppen von Minderheiten: Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen hat Deutsch als Elternsprache. Es gibt aber auch ÖsterreicherInnen, die als Umgangssprache eine andere Elternsprache nutzen: die burgenlandkroatische, die slowenische, die ungarische, die tschechische und die slowakische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma (Volksgruppen werden auch als nationale Minderheiten bezeichnet). Diese Gruppen haben manchmal Nachteile auf Grund ihrer Elternsprache. So sind z.B. nicht in allen Orten, in denen sie leben, die Ortstafeln zweisprachig. Oft gibt es keinen Unterricht in der Elternsprache oder mangelnde Berücksichtigung der Elternsprache bei öffentlichen Ämtern.
Als Sprachminderheit in der Verfassung anerkannt ist seit 2005 die österreichische Gebärdensprache.
Als soziale Minderheiten gelten Menschen, die auf Grund bestimmter Eigenschaften benachteiligt werden. Dazu zählen z.B. Homosexuelle. Sie dürfen ihre Partnerschaft zwar eintragen lassen, aber nicht heiraten oder Kinder adoptieren.
Schließlich gibt es die sogenannten neuen Minderheiten. Dazu zählen Menschen, die zwar in Österreich leben, aber nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.