Gender Mainstreaming

Der englische Begriff Gender bedeutet soziales Geschlecht. Im Lauf der Geschichte wurden bestimmte Rollen in der Gesellschaft Frauen, andere Rollen Männern zugeschrieben. Dies führte zu bestimmten Benachteiligungen (meist zu Benachteiligungen von Frauen). Mainstreaming bedeutet, etwas zu einer Hauptsache zu machen und nicht mehr als Nebensache zu sehen.
Mitte der 1990er-Jahre wurde von der EU wörtlich die Einbindung von Chancengleichheit von Männern und Frauen in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft beschlossen. Mehr Chancengleichheit von Männern und Frauen bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere, bei allen politischen Prozessen und Entscheidungen die möglichen Auswirkungen auf Frauen und Männer zu prüfen.
Ein Thema für Gender Mainstreaming sind z.B. die Öffnungszeiten von Kindergärten. Es lässt sich untersuchen, welche Auswirkungen die Öffnungszeiten von Kindergärten auf die Berufstätigkeit von Frauen und Männern haben. Weil Frauen den Großteil der Betreuungsarbeit von Kleinkindern leisten, sind diese Auswirkungen für sie anders als für Männer. Ziel des Gender Mainstreaming wäre in diesem Bereich, die Öffnungszeiten so zu regeln, dass eine Berufstätigkeit für Frauen und Männer gleichermaßen möglich ist.
Ein anderes Beispiel ist die Forderung, dass Frauen in ihrem Beruf nicht weniger verdienen dürfen als Männer, die eine vergleichbare Arbeit verrichten.
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