Genozid

Das Wort Genozid besteht aus den beiden Wortteilen genos (griechisch – Geschlecht) und caedere (lateinisch – vernichten) und bedeutet so viel wie Völkermord. Von Genozid spricht man dann, wenn viele Menschen einer bestimmten nationalen, ethnischen oder religiösen Gruppe ermordet werden.
Das bekannteste Beispiel für einen Genozid war die Ermordung von Juden und Jüdinnen im Nationalsozialismus (Holocaust). Es war Ziel des NS-Regimes, möglichst alle europäischen Juden und Jüdinnen zu ermorden. Etwa 6 Millionen von ihnen wurden tatsächlich getötet – die meisten durch Giftgas in den Vernichtungslagern. Auch die gleichzeitige Ermordung von etwa 500.000 Roma und Sinti war ein Genozid.
In Ruanda (Afrika) wurden Mitte der 1990er-Jahre Hunderttausende Tutsis von Hutus ermordet. Hutus und Tutsis sind ethnische Gruppen in Ruanda. Auch das war ein Genozid. Ebenso der Völkermord an den Armeniern und Armenierinnen durch die Türkei während des Ersten Weltkriegs oder die fast vollständige Ausrottung der amerikanischen UreinwohnerInnen (Indianer und Indianerinnen) durch die aus Europa zugewanderten Siedler und Siedlerinnen.
Teilweise als Genozid (Ethnische „Säuberung“) eingestuft werden die Vernichtungsaktionen der UdSSR gegen bestimmte ethnische Gruppen (z.B. gegen Wolgadeutsche und KrimtatarInnen).